Die drei Grundprinzipien des Risikomanagements.

Wir haben uns in den vergangenen Beiträgen unter anderem ausgiebig mit dem Thema Risiko bei der Geldanlage auseinandergesetzt. In diesem Artikel möchte ich die wesentlichen Punkte zusammenführen und die Grundprinzipien im Umgang mit dem Risiko aufzeigen. Denn lass uns ehrlich sein: Keiner von uns mag Risiko. Wenn es eine Anlage gäbe, die hohe Erträge verspricht und absolut keinen Schwankungen und Ausfallrisiken ausgesetzt ist, dann würdest du natürlich nur noch darin investieren. Wie wir allerdings bereits festgestellt haben, gibt es keine Rendite ohne Risiko.
Nichtsdestotrotz gibt es Wege und Möglichkeiten, wie man mit dem Risiko umgehen und es senken kann.

Diversifikation

Diversifikation, oder einfach gesagt „Risikostreuung“, ist ein wesentliches Mittel, das von institutionellen und privaten Anlegern gleichermaßen genutzt wird, um das Risiko der Anlage zu senken. Der Grundgedanke hierbei ist, dass man nicht sein komplettes Vermögen auf eine Anlage fokussieren sollte. Um das zu verdeutlichen werfen wir doch einen Blick auf den Verlauf der VW-Aktie:

Quelle: https://www.onvista.de/aktien/chart/Volkswagen-VZ-Aktie-DE0007664039 (Stand: 19.04.2019)

Ich habe dieses Beispiel bewusst gewählt, weil es inzwischen allen geläufig ist, was Anfang 2015 bei VW passiert ist. Mit dem Bekanntwerden der Diesel-Affäre ist der Aktienkurs mit rund -63% massiv eingebrochen. Im gleichen Zeitraum (März – September 2015) hat zum Vergleich der international gestreute Index MSCI World mit etwa -8% einen deutlich niedrigeren Kursrückgang erfahren.

Quelle: https://www.onvista.de/index/MSCI-WORLD-GDTR-UHD-Index-10370091 (Stand: 19.04.2019)

Hättest du also in diesem Zeitraum dein komplettes Kapital in VW investiert, wäre deine Anlage stark eingebrochen; diesen Rückgang hättest du beim breit gestreuten Index nicht gehabt. Du warst bei der konzentrierten Anlage einem unternehmensspezifischen Risiko ausgesetzt, das du durch die Streuung beim Index abgefedert hast. Im Fachjargon spricht man auch vom systematischen und unsystematischen Risiko. Während Letzteres eben das individuelle Risiko von Unternehmen ist und somit durch Streuung der Investition gesenkt werden kann, ist das systematische Risiko (auch Marktrisiko) nicht unternehmensspezifisch. Unter dem Marktrisiko kann man sich beispielsweise globalpolitische Ereignisse oder Naturkatastrophen vorstellen. Die Fehlentscheidungen des Managements, die bei VW schlussendlich zur Diesel-Affäre geführt haben, sind ein typisches Beispiel für das unsystematische Risiko.

Für deine Anlage bedeutet das konkret: Unabhängig von deiner Risikotoleranz solltest du bei deiner Anlage immer auf eine gesunde Streuung deiner Investition achten. Vermeide Wetten auf gewisse Branchen, Länder, oder einzelne Unternehmen. Natürlich könntest du beispielsweise bei einer konzentrierten Investition in die IT-Branche eine höhere Rendite einfahren. Allerdings bist du dann dem unternehmensspezifischen Risiko der IT-Unternehmen und somit auch einem deutlich höheren Gesamtrisiko ausgesetzt, wenn die IT-Branche in der Zukunft doch einbricht. Dieses unsystematische Risiko hättest du bei einer breit gefächerten Anlage „wegdiversifiziert“.

Anlagehorizont

Wie ich bereits in diesem Artikel erläutert habe, ist ein wesentlicher Teil des Risikomanagements auch ein ausreichend langer Anlagehorizont. Während sich die globalen Aktienmärkte langfristig tendenziell positiv entwickeln, hat man bei kurzfristigen Anlagen ein recht hohes Risiko. Man spekuliert letztlich, dass die Kurse innerhalb dieser Periode steigen. Vor allem in kurzen Zeitabschnitten sind risikobehaftete Anlagen wie Aktien mit starken Schwankungen behaftet. Daher fährt man entsprechend ein höheres Risiko, wenn man den langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren nicht mitbringt.

Vermögensallokation

Ein weiterer Teil des Risikomanagements ist natürlich auch die Vermögensallokation, also die Frage, wie groß der Anteil der risikobehafteten Investition am Vermögen sein soll. Wie wir bereits festgestellt haben, kann man mit einem gewissen Anteil an Vermögen in risikofreien Anlagen die Wertschwankungen von risikoreicheren Anlagen abdämpfen. Generell ist es wichtig zu sagen, dass die Aufteilung höchst individuell ist und sich keinesfalls an irgendwelche Regeln richten sollte.

Kurzum

  1. Diversifikation, Anlagehorizont und Vermögensallokation sind drei Möglichkeiten, um das Risiko der Geldanlage zu steuern.
  2. Anleger sollten auf eine breite Streuung achten und möglichst lange auf das Geld verzichten können.
  3. Die Vermögensallokation ist eine individuelle Festlegung.

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